Ich
blickte aus dem Fenster. Wollte ihr nicht antworten. Meine Lust über die
Vergangenheit zu sprechen saß gefesselt und geknebelt in der Ecke. Ich schaute
zu ihr herüber. Wie lange die Fesseln
wohl halten würden? Wie lange es dauerte bis sie sich befreite?
Aus
einem Augenwinkel heraus erkannte ich dass sie etwas notierte, das aussah wie keine Wahrnehmung der Umwelt. Oder sonst
was. War mir eigentlich auch egal. Scheißegal.
So
wie die ganze beschissene Welt, die sich trotz allem Unheil einfach
weiterdrehte als wäre nichts geschehen.
Ich
krallte die Fingernägel in meinen Arm, zerkratzte die Haut, wollte gerade die
verheilte Wunde wieder aufreißen.
Meine
Therapeutin riss meine Hand weg. Schaute mich böse an. Und interpretierte mein
Verhalten als Aggression. „Lexy. Worauf
sind Sie so wütend?“
„Auf
mich.“
Entschuldigung, ich muss mich korrigieren. Auf alles in
diesem zerfickten Leben.
Ich
wusste nicht wohin mit meinen Händen. Sie verleiteten mich dazu weiterhin an dem Schnitt herumzufummeln. Es sah so
verlockend aus. Diese fünf Zentimeter lange Linie aus getrocknetem Blut.
Zusammengehalten mit vier Stichen, deren schwarze Fäden einen schönen Kontrast
zu meiner blassen Haut bildeten.
„Lassen
Sie das“, fuhr die nun leicht angesäuerte Stimme meiner Therapeutin dazwischen.
Ist ja schon gut.
Du schreibst wunderbar, ich verfolge deinen blog schon ne ewigkeit (: weiter so :*
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