"Puts on her best smile, but underneath she's a broken girl."

Dienstag, 5. Februar 2013

Egal, alles egal


Ich blickte aus dem Fenster. Wollte ihr nicht antworten. Meine Lust über die Vergangenheit zu sprechen saß gefesselt und geknebelt in der Ecke. Ich schaute zu ihr herüber. Wie lange die Fesseln wohl halten würden? Wie lange es dauerte bis sie sich befreite?

Aus einem Augenwinkel heraus erkannte ich dass sie etwas notierte, das aussah wie keine Wahrnehmung der Umwelt. Oder sonst was. War mir eigentlich auch egal. Scheißegal.
So wie die ganze beschissene Welt, die sich trotz allem Unheil einfach weiterdrehte als wäre nichts geschehen.
Ich krallte die Fingernägel in meinen Arm, zerkratzte die Haut, wollte gerade die verheilte Wunde wieder aufreißen.
Meine Therapeutin riss meine Hand weg. Schaute mich böse an. Und interpretierte mein Verhalten als Aggression.  „Lexy. Worauf sind Sie so wütend?“
„Auf mich.“
Entschuldigung, ich muss mich korrigieren. Auf alles in diesem zerfickten Leben.
Ich wusste nicht wohin mit meinen Händen. Sie verleiteten  mich dazu weiterhin  an dem Schnitt herumzufummeln. Es sah so verlockend aus. Diese fünf Zentimeter lange Linie aus getrocknetem Blut. Zusammengehalten mit vier Stichen, deren schwarze Fäden einen schönen Kontrast zu meiner blassen Haut bildeten.
„Lassen Sie das“, fuhr die nun leicht angesäuerte Stimme meiner Therapeutin dazwischen.
Ist ja schon gut.


1 Kommentar:

  1. Du schreibst wunderbar, ich verfolge deinen blog schon ne ewigkeit (: weiter so :*

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