"Puts on her best smile, but underneath she's a broken girl."

Samstag, 9. Juni 2012

What the fuck?!


„Wenn ich schon nichts an der Situation verändern kann, dann wenigstens an mir“, flüsterte ich und spielet an einer roten Strähne herum.
Meine Therapeutin sah mich eindringlich an und lehnte sich in dem großen, roten Sessel vor: „Denken Sie, dass Ihnen das hilft? Ich meine, denken Sie, dass sie nicht eine Kleinigkeit an der Situation verändern könnten?“
Sie lehnte sich wieder zurück und kritzelte etwas auf ihren Block. Es sah aus wie eine Gesichtsskizze. Von mir?! Hoffentlich nicht.
Sie malte einen lächelnden Mund, zeigte mit dem Stift auf mich und sagte: „Wenn Sie Ihrer Umwelt vermitteln, dass es Ihnen gut gehe und dies aber gar nicht der Fall ist, dann zerbrechen Sie innerlich. Stück für Stück.“
Neben das Gesicht zeichnete sie ein Herz. Ein zerbrochenes Herz.
„Sie leiden, aber niemand sieht es. Deswegen fühlen Sie sich unverstanden, missachtet und alleine. Stimmt das?“
Ich schluckte. „Ja. Es ist einfach Angst, Angst zu zeigen, wer ich bin.“
 „Sind Sie damit zufrieden?“ Erwartungsvoll musterte sie mich.
„Ich…, also, naja…Nein. Wie denn auch? Mein Leben ist auf Lügen aufgebaut. Was denken Sie denn da?“
Meine Finger krallten sich in die Sesselkante.
„Gut, sehr gut.“ Meine Therapeutin strahlte mich an.
Ich schaute nun böse. „Wie bitte?“
„Sie haben sich etwas eingestanden. Etwas Wahres.“
Ich schwieg.
Sie sah mich an.
Ich stand auf.
Sie tat es mir gleich.
Ich ging.

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