„Wenn ich schon nichts an der Situation
verändern kann, dann wenigstens an mir“, flüsterte ich und spielet an einer
roten Strähne herum.
Meine Therapeutin sah mich eindringlich an und
lehnte sich in dem großen, roten Sessel vor: „Denken Sie, dass Ihnen das hilft?
Ich meine, denken Sie, dass sie nicht eine Kleinigkeit an der Situation
verändern könnten?“
Sie lehnte sich wieder zurück und kritzelte
etwas auf ihren Block. Es sah aus wie eine Gesichtsskizze. Von mir?!
Hoffentlich nicht.
Sie malte einen lächelnden Mund, zeigte mit
dem Stift auf mich und sagte: „Wenn Sie Ihrer Umwelt vermitteln, dass es Ihnen
gut gehe und dies aber gar nicht der Fall ist, dann zerbrechen Sie innerlich.
Stück für Stück.“
Neben das Gesicht zeichnete sie ein Herz. Ein
zerbrochenes Herz.
„Sie leiden, aber niemand sieht es. Deswegen
fühlen Sie sich unverstanden, missachtet und alleine. Stimmt das?“
Ich
schluckte. „Ja. Es ist einfach Angst, Angst zu zeigen, wer ich bin.“
„Sind Sie damit zufrieden?“ Erwartungsvoll musterte
sie mich.
„Ich…,
also, naja…Nein. Wie denn auch? Mein Leben ist auf Lügen aufgebaut. Was denken
Sie denn da?“
Meine
Finger krallten sich in die Sesselkante.
„Gut,
sehr gut.“ Meine Therapeutin strahlte mich an.
Ich
schaute nun böse. „Wie bitte?“
„Sie
haben sich etwas eingestanden. Etwas Wahres.“
Ich
schwieg.
Sie
sah mich an.
Ich
stand auf.
Sie
tat es mir gleich.
Ich
ging.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen